Natur und Garten

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Natur im Park

Naturnahe Parkpflege  

Rosenboulevard und Rhododendrongarten, Feuchtbiotop und Wildblumenwiese – im Inselpark harmonieren das gärtnerische und das wilde Grün. Kurz geschnittene Rasenflächen sehen schön aus und eignen sich gut für Sport und Spiel, ihr ökologischer Nutzen ist jedoch begrenzt. Aus diesem Grund gibt es im Inselpark viele Flächen, die von uns naturnah entwickelt und gepflegt werden. So versuchen wir, die Artenvielfalt im Park zu schützen, neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu schaffen und „Natur vor der Haustür“ für einen möglichst großen Teil der wachsenden Stadtbevölkerung erlebbar zu machen.  

Neu gepflanzte junge Bäume in naturnaher Parkpflege im Inselpark Hamburg
© Marlene Hoberger

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum auf dem Kuckucksteich Holzpfähle im Wasser schwimmen? Dank dieser Barriere kann der Teich mit Kanus befahren werden, ohne dass es zu Schäden an der Schwimmblattvegetation (Teich- und Seerosen) oder der geschützten Uferzone kommt. So können Wasservögel wie Bläss- und Teichhühner oder Haubentaucher in Ruhe brüten.  

Rund um die KulturKapelle werden Frühblüher wie Krokusse, Schneeglöckchen und Winterlinge angesiedelt. Mit der Zeit entwickelt sich so ein dichter Blütenteppich, der nicht nur schön anzusehen ist, sondern der auch das Nahrungsangebot für Insekten bereits zu Beginn des Jahres erweitert.  

Die Sommerblüher und Gräser auf den Wildblumenwiesen bleiben auch nach dem Verblühen noch stehen. Das sieht vielleicht nicht so schön aus, erfüllt aber einen wichtigen ökologischen Zweck: Erst nach dem Blühen bilden sich die Samen, die für eine natürliche Vermehrung nötig sind. Samen sind außerdem begehrtes Futter für Vögel, und die Pflanzenreste dienen Insekten als Unterschlupf. Das Schnittgut bleibt einige Tage zum Trocknen liegen, bevor es abtransportiert wird. So können spät reifende Samen noch ausfallen.  

Ähnlich verhält es sich mit Totholz. Wo es möglich ist, bleiben umgestürzte Bäume liegen, da sie wichtiger Lebensraum für viele Arten von Insekten und Kleintieren sind. Manchmal bleibt von einem Baum, der eigentlich aufgrund fehlender Verkehrssicherheit gefällt werden müsste, der Stamm stehen und nur die Krone wird abgenommen. Dies ist immer dann der Fall, wenn bei der Baumkontrolle festgestellt wird, dass sich Höhlen für Fledermäuse, Vögel oder Insekten im Stamm befinden.   

Im Gegensatz zu den meisten Flächen im Inselpark, sind die Böden auf dem Gelände der ehemaligen Reichsstraße eher trocken und durchlässig, da zum Straßenbau Sand verwendet wurde. Wir machen aus dieser Not eine Tugend und versuchen einen ganz besonderen Standort zu schaffen. Auf einer Fläche von 2000 m² soll ein Trockenrasen-Biotop mit Magerrasen entwickelt werden. Klingt eintönig? Ist es aber nicht. Viele Pflanzen und Tiere sind auf trockene Standorte spezialisiert und so gedeihen auf der Fläche bis zu 35 verschiedene Blumen- und sieben verschiedene Gräserarten. Zu ihnen gesellen sich die entsprechenden Tierarten, die oft ebenso selten sind. 

Hinweisschild am entstehenden Trockenrasen-Biotop im Inselpark Hamburg
© Marlene Hoberger

Zur ökologischen Parkpflege gehört auch das Eindämmen gebietsfremder Pflanzen, sofern sie unerwünschte Auswirkungen auf heimische Arten oder Biotope haben. Einige dieser sogenannten Neophyten vermehren sich so stark, dass sie ohne menschliches Eingreifen die heimische Flora verdrängen und so das biologische Gleichgewicht stören würden. Bei uns im Park ist das z.B. der Japanische Knöterich, der regelmäßig per Hand ausgestochen wird.  

Wir bitten unsere Gäste um einen respektvollen Umgang mit der Natur und um Verständnis für die naturnahen Flächen – diese sehen eventuell nicht so ansprechend aus, sie leisten jedoch einen wichtigen Teil zur Erhaltung und Erhöhung der Artenvielfalt im Park. 

Loki Schmidt Garten 

Etwas versteckt unter Büschen und Bäumen liegt der naturnah gestaltete Loki-Schmidt-Garten am nordwestlichen Rand des Parks. Wer hier auf der einladend beschatteten Bank bei seinem Spaziergang verschnaufen möchte, muss erst einmal einen kleinen Bachlauf überqueren.  Zwischen Verdüsungsgebäude und Lernort KulturKapelle pflanzt die Parkverwaltung in Kooperation mit der Loki-Schmidt-Stiftung jedes Jahr die Blume des Jahres – sofern der Standort passt. Schon 1980 hat Loki Schmidt als Vorreiterin für den ganz praktischen Naturschutz vor der eigenen Haustür die erste Blume des Jahres benannt, um auf regionale vom Aussterben bedrohte Wildpflanzen hinzuweisen. Inzwischen hat die Stiftung schon über 40 verschiedene seltene Spezies auf diese Art geehrt und bekannt gemacht - und so für ihre (Wieder-)Verbreitung geworben. 

Wo? Nr. 24 im Parkplan

Schattenplatz mit Holzbank im Loki-Schmidt-Garten im Inselpark Hamburg
© Marlene Hoberger

 

Weiterführende Informationen

Hinweisschild vor blühender Gartenfläche im Inselpark Hamburg
© Marlene Hoberger

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